29 September 2026

Schlechte Finanz-Entscheidungen bei jungen Menschen

Mittlerweile informieren sich gut drei Viertel der 18- bis 34-Jährigen (76 Prozent) über Finanzthemen, das sind deutlich mehr als in der Gruppe der älteren Umfrageteilnehmer (66 Prozent). Ungeachtet des steigenden Interesses tendieren Personen dieser Alterskategorie vermehrt zu renditearmen oder gar zinslosen Anlageformen, in Zahlen ausgedrückt: 43 Prozent der Befragten bevorzugen das Girokonto oder Bargeld als primäre Form der Geldanlage.


Es fehlt der entscheidende Schritt

Die vorliegenden Ergebnisse wurden mittels einer Online-Befragung von Yougov im Auftrag der Postbank ermittelt. Die Studie basierte auf den Angaben von 2.001 Personen ab 18 Jahren. "Es fehlt der entscheidende Schritt: Aus Informationen muss eine fundierte Anlage-Entscheidung werden", erläutert Thomas Brosch von der Postbank. "Gerade junge Menschen profitieren von einem langen Anlagehorizont. Um diese Chance nutzen zu können, braucht es Finanzwissen, das zum Handeln befähigt."


Wahl der Informationsquellen

Besonders auffällig sind die generationsspezifischen Unterschiede bei der Informationssuche zu Finanzthemen. Während sich lediglich 5 Prozent der älteren Generation primär über soziale Medien informieren, liegt dieser Anteil bei den unter 35-Jährigen mit fast 21 Prozent deutlich höher.


Finfluencer

Finfluencer spielen für über 25 Prozent der jungen Erwachsenen (18 bis 34 Jahre) eine zentrale Rolle bei der Informationsbeschaffung, im krassen Gegensatz zu den älteren Befragten, von denen lediglich 8 Prozent den Internet-Ratgebern vertrauen. "Junge Menschen bewegen sich selbstverständlich in der digitalen Welt - und informierten sich auch über Geldthemen auf Tiktok, Instagram oder via Podcast", so Brosch. "Aber Likes und Follower sind keine Gütesiegel. Nur weil eine Empfehlung gehypt wird, ist sie noch lange nicht ausgewogen oder passend zur persönlichen Lebenssituation."


Warnung

Aus diesem Grund weisen diverse Verbraucherschutzorganisationen fortlaufend auf die Risiken fragwürdiger Empfehlungen und die unzureichende Regulierung hin. Thomas Brosch hierzu: "Neben den schwarzen Schafen gibt es durchaus seriöse Kanäle mit fundierten, gut aufbereiteten Inhalten. Aber Verbraucher sollten jede Information, die zu einer Anlage-Entscheidung führt, kritisch prüfen." Selbstverständlich gilt dies auch für Finanztipps und Anlage-Empfehlungen via künstlicher Intelligenz (KI). Rund 11 Prozent der unter 35-Jährigen nennen smarte Technologien als wichtigste Informationsquelle für ihr Fachwissen und der Gruppe der über 35-Jährigen sind es lediglich 5 Prozent.